Schalke-Fans und das Bahn-Chaos nach dem Aufstieg
Nach dem Aufstieg von Schalke in die Bundesliga sorgten die Fans für ein unerwartetes Bahn-Chaos. Hunderte standen vor dem Stadion und fanden keinen Weg nach Hause.
Es war ein sonniger Nachmittag in Gelsenkirchen, die letzten Sekunden des Spiels waren angebrochen, und der Jubel der Fans hallte durch die Straßen rund um die Veltins-Arena. Schalke 04 war zurück in der Bundesliga, und die Euphorie der Vereinsanhänger war greifbar. Die Luft war erfüllt von Sprechchören, und überall sah man Menschen in blauen Trikots, die sich umarmten, als hätten sie gerade den Weltmeistertitel gewonnen. Was jedoch schnell zu einem unglücklichen Nachspiel führte, war der Versuch, die jubelnden Massen von der Arena weg und in die Züge zu bringen.
Die Stimmung war zwar ausgelassen, aber das Gedränge an der Bahnstation nahm absurde Formen an. Der sonst so verlässliche Regionalverkehr schien die plötzliche Flut an Fans, die nun alle gleichzeitig nach Hause wollten, nicht ertragen zu können. Ein Schaffner, sichtlich überfordert, versuchte, die wartenden Menschenmengen zu dirigieren. „Bitte bilden Sie eine Reihe“, rief er, als würde er mit einem Trupp Grundschüler verkehren, doch die Fans, berauscht von der Rückkehr ihres Vereins, scherten sich wenig um Ordnung.
Die Geduld mancher war bald aufgebraucht. „Wir haben hier einen Aufstieg zu feiern! Wo bleibt der Zug?“, rief ein etwa dreißigjähriger Fan, während er an seinem Handy die aktuelle Verspätung überprüfte. Ein anderer, der sich offensichtlich nicht beruhigen konnte, begann, im Stil eines Redners über die Ungerechtigkeiten des öffentlichen Transports zu philosophieren. „Ist das die Belohnung für unsere Treue?“, fragte er mit einem Augenzwinkern, und es war schwer zu sagen, ob er ernst war oder nicht.
Die Bahn hatte nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet. Man fragte sich, ob die Vorbereitungen für das große Event im Stadion nicht vielleicht auch die Logistik rund um die Abreise hätten mit einbeziehen müssen. Ein paar Züge wurden schließlich bereitgestellt, aber sie mussten sich den Strecken mit anderen Reisenden teilen, die keinerlei Bezug zum Fußball hatten. Die Ansagen durch die Lautsprecheranlage klangen mehr nach einer schlechten Komödie als nach einem effizienten Verkehrsdienst. „Wir bitten die Reisenden zu beachten, dass weitere Verspätungen aufgrund der großen Anzahl von Fahrgästen auftreten werden“, hörte ich einen Sprecher verkünden. Dies wurde begleitet von einem kollektiven Seufzer und einem Schmunzeln in der Menge.
So fröhlich die Stimmung unter den Fans auch war, der ganz normale Wahnsinn des Bahnverkehrs war nicht zu leugnen. Ein Gruppenbild von einigen Schalke-Anhängern, die mit gegrillten Würstchen auf dem Bahnsteig posierten, spiegelt den absurden Moment wider: Aufstieg feiern ja, aber beim Warten auf die Bahn ist der Spaß schnell vorbei.
Schließlich fanden die meisten ihren Weg nach Hause, wenn auch später als geplant und weniger glorreich als gedacht. Der Fußball war definitiv zurück, aber der Bahnverkehr? Nun, der wird hoffentlich irgendwann auch wieder auf die Reihe kommen. Wenn Schalke wieder aufsteigt, kann man ja die Fahrt zum Stadion mit dem Fahrrad in Betracht ziehen. Das scheint in jedem Fall sicherer zu sein.